Das Freie Magazin bei der Berlinale 2008

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Belinale juchei!

Endlich in Berlin angekommen und endlich mal am Netz. Am 13. mit dem Flieger in 50 Minuten von Wien nach Berlin. So lange habe ich heute mit U- und S-Bahn von meinem letzten Film nach Hause gebraucht. Tumult im Pressehotel, die ganze Stadt im Berlinlefieber, Roter Teppich und Celebrities. Es ist wirklich so, wie man sich's vorstellt. Ganz anders als in Wien, bei der Viennale. Die ist wirklich klein und familiär dagegen. Neben dem Wettbewerg hat die Berlinale gegenüber Wien noch einen zusätzlichen Bonus: Sie ist rauchfrei, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann.


Filth and Wisdom

Madonna hat ja einen Film gemacht, der jetzt in Berlin seine Premiere hatte. Die Pressekonferenz wurde von JournalistInnen gestürmt, Luft und Raum für Bewegung war knapp und Fotografieren ganz und gar verboten. Dafür kam dann Frau Madonna gutgelaunt und konnte sich bei zwei Fragen die erste meist nicht merken. "Secretly I want to be a gypsy", meinte die allustre Diva zu ihrem Werk und: "It's all about duality and struggle with that." Jetzt wissen wir zumindest, worum's geht und vielleicht schaut ja noch eine Karte für eine der kommenden Vorstellungen für mich raus.


Otto; Or, Up With Dead People

Nachdem sich die Filmplanung der ersten zwei Tage als ticketmäßig nicht machbar erwies musste Ersatzprogramm her. Otto für den ersten Abend, 3 Días, deutsche Hochschulenfilme und Caos Calmo für den heutigen.

Als indeutiges MUST erwies sich Otto; Or, Up With Dead People.

Otto ist das, was man als Emo-Zombie bezeichnen könnte. In Berlin aus seinem Grab gekrallt soll er genau diese Szene später in einem Zombiefilm nachstellen. Mit einer Art Zombie-Radar-Radio im Kopf wankt Otto durch die Straßen Berlins, verspeist tote Hasen und streunende Katzen und verdient sein Geld bei jenem Film - über schwule Zombies.

Bruce Labruce spielt mit unzähligen Genres und Stilen, lässt sie bis zur Unkenntlichkeit verschwimmen und bedient sich überall dort, wo's ihm gerade passend erscheint. "The best way to become a zombie is a 9 to 5 job", meint Labruce beim anschließenden Publikumsgespräch. So watch out!


Hochschulprogramm und Caos Calmo

Ganz positiv auch noch Lostage - über Zuschreibung und Geschlechtlichkeit - im Programm deutsche Hochschule...

und Caos Calmo - Nanni Moretti in einer fantasitschen Arbeit über Tod und Trauer, die jeder Mensch auf seine Art bewältigt. Hoffentlich bald auch bei uns in den Kinos!

mij am 14.2.08 23:29


Hommage an Francesco Rosi: Carmen

Ich dachte schon, in einer anderen Vorstellung zu sitzen, doch erlebte gerade meinen ersten komplett als Oper inszenierten Film: Carmen, der anlässlich der Hommage an Francesco Rosi präsentiert wurde.

1984 inszenierte der italienische Regisseur diesen klassischen Stoff mit Placido Domingo in der Hauptrolle. Eigentlich bringt man Rosi eher mit sizilianischen Mafifafilmen in Verbindung. Auf diesem Gebiet drehte er mehrere Meisterwerke, beispielsweise das Filmdrama über den italoamerikanischen Gangsterboss Lucky Luciano (1974).

Die ersten Minuten der zweeinhalbstündigen Vorstellung beginnen. Ein Torrero dominiert kunstvoll den mächtigen schwarzen Stier, alles in Zeitlupe. Das Publikum auf den Rängen der Arena gibt tobenden Applaus. Wir befinden uns in Andalusien, die Sonne steht im Zenit.

Schnitt. Die Musik setzt ein und von nun an wird die Geschichte der Zigeunerin Carmen erzählt. Und fast ausschließlich in Versen gesungen, hervorragend sogar und untermalt mit einem klassischen Orchester. Dabei kommt eine Breite an Themen zur Sprache, eigentlich alles, was das Leben ausmacht, so wie ich es sonst in Goethes Faust, aber wohl kaum in einem Kinofilm erwarten würde.

Oft dreht sich die Handlung um Liebe in all seinen Facetten. Erstaunlich ist auch, mit welcher subtilen Erotik Rosi seine Inszenierung aufgeladen hat. Musik ist Leidenschaft, das bezeugt der Film in nahezu jeder Einstellung.

Für Cineasten ist dieser Film in jeder Hinsicht ein edler Genuss. Die Bildkomposition könnte nicht stilsicherer sein. Andalusien, sei es die Festung in Granada oder die unsterblich schöne Natur auf dem Land, alles ist mit einer umfassbaren Liebe zum Detail in Szene gesetzt. In dieser Bilderflut kann man sich herrlich, kontemplativ mittreiben lassen.

Rosis Carmen ist im Grunde genau das, was Produzenten mit "komerziell nicht verwertbar" bezeichnen. Er ist eine Rarität. Er vermittelt eine märchenhafte, exotische Welt und das Gefühl von Fernweh. Ich jedenfalls verlasse den Saal wie unter neuem Lebenselixier stehened und froh über den Zufall, den mir das Leben mit diesem Film zugespielt hat.

kretsch am 13.2.08 14:57


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