Das Freie Magazin bei der Berlinale 2008

  Startseite
    Berlinale 2008
  Über...
  Archiv
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Berlinale
   fm5.at
   fm5 viennaleblog





http://myblog.de/fm5.berlinale

Gratis bloggen bei
myblog.de





Berlinalefinale

Seit gestern Abend kehrt wieder Ruhe ein in Berlin. Bereits während des letzten Films wurde mit den Abbauarbeiten der Berlinaleutensilien begonnen, heute in den angrenzenden Arkaden der rote Teppich eingerollt. Mein Resümee: Fünf entspannte Festivaltage, 16 Filme (einen davon schon gekannt), wasweißichwieviele belegte Brötchen bzw. Süßkram (Wo soll man denn bitte bei dem Kinoviertel was Vernünfites kriegen?) und ein unermüdliches Informations- hinterhergelaufe, weil oft der/die eine Berlinale-MitarbeiterIn das Gegenteil von dem/der anderen sagt. Achja - und der Goldene Bär ging an einen Film, den ich leider verpasst habe: Tropa de elite (The Elite Squad) von José Padilha.



Berlinalefinalefilme


Zum Abschluss am Berlinale-Publikumstag meine letzten vier Filme gesehen. Zuerst die schlechte Nachricht: Julia von Erick Zonca bietet außer einer fantastischen Hauptrollenbesetzung (Tilda Swinton) nicht viel Neues. Eine Kinderkidnappingeschichte in der Kinderkidnapping- geschichte, mit Mexiko und bösen Latinogringos - und das in Überlänge. Auch Man Jeuk (Sparrow) von Johnny To konnte mich nicht so richtig überzeugen. Nett anzusehen, wie die vier Taschendiebbrüder fein choreografiert zu Jazzfrühstücksmusik die Passanten beklauen und auch Kelly Lin ist wirklich bezaubernd, was den 87 Minuten an der Oberfläche dahin plätschernden Film nicht rausreißen kann.

Die gute Nachricht: Toll hingegen der chinesische Wettbewerbsbeitrag Zuo You (In Love We Trust) von Wang Xiaoshuai. Eine tolle Liu Weiwei als verzweifelte Mutter, die ihre leukämiekranke Tochter Hehe um jeden Preis retten will und sich an jeden erdenklichen Strohhalm klammert. Die Idee: Der Vater von Hehe, von dem sie schon länger geschieden ist, soll für ein Geschwisterchen herhalten. Eine still und doch so lautstark gemachte Geschichte über Liebe, die auch die neuen Lebenspartner des geschiedenen Paares miteinbindet.


Grandios gewählt auch mein Abschlussfilm. Frischer kann man nicht das Kino verlassen und ein Festival abschließen, als mit Mike Leighs Happy-Go-Lucky. Die Hauptdarstellerin Sally Hawkins hat den Silbernen Bären für die Beste Darstellerin wirklich verdient. Erwachsenwerden ist "a long trip", wie die 30jährige quirlige und immer lustig-plappernde Poppy im Film selber sagt und eilig hat sie's damit wirklich nicht. Fantastische Dialoge, Ringelspielmusik und buntbuntbunt machen Lust auf Mehr aus Poppys Leben. Immer länger möchte man zusehen und immer mehr über sie erfahren. Am besten gleich selber ihrE FreundIn werden und sich anstecken lassen von ihrer erfrischend mitreißenden Happiness.



Tschüss macht's gut...


...bis zum nächsten Mal bei der Berlinale 2009 : ) (hoffentlich) Und wer sich das jetzt mit den Bären und Preisen der Berlinale 2008 noch genauer nachlesen mag, der/die klicke hier!

mij am 18.2.08 19:53


Surprise! Surprise!

Seit meinem letzten Eintrag noch vier Filme gesehen. Zwei davon (überraschend) gut. Aber wie sind Frau reu und ich gestern überein gekommen: It's all about expectations. Genau.

Thumbs up for...

Restless. Der multinational produzierte Film erzählt vom Israli Moshe, der durch sein Land enttäuscht nach der Geburt seines Sohnes illegal in New York Zuflucht sucht. Dort strauchelt er so vor sich hin und landet schließlich auf der Bühne seines Lieblingsclubs als Gedichte- und Geschichtenerzähler. Sein Sohn Tzach ist mittlerweile 21, vom Heeresdienst entlassen und sich der Gefühle zu seinem Vater, der nie auf seine Briefe geantwortet hat, nicht sicher. Es entspinnt sich eine humorvoll wie traurige Geschichte über das Leben Moshes mit seinen Affären und Niederlagen, Tzachs Konflikte im Osten wie in New York und behandelt eine schwierige Vater-Sohn-Thematik, die einem bis zur Schlusspointe mitleben lässt.

Be Kind Rewind. Der neue Film von Michel Gondry (Science of Sleep) steht in Skurrilität und Kreativität seinem Vorgänger um keinen Deut nach. Mike soll auf die Videothek seines Ziehvaters aufpassen. Seine Bedingung: Keep Jerry Out. Jerry (Jack Black) ist nämlich nicht nur Mikes Freund, sondern auch für jeden erdenklichen Unsinn gut und in dessen Ausführung noch ein elender Tolpatsch. Beim Versuch, die bösen Mikrowellen aus dem naheliegenden Kraftwerk abzustellen (ein Sieb auf dem Kopf als altes Hausmittel soll helfen), lädt er sich magnetisch auf und löscht dummerweise alle im Laden erhältlichen VHS-Kassetten. Aus Angst, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht verdient zu haben, werden die Filme von Mike und Jerry nachgestellt. Allen voran Ghostbusters, Rush Hour 2, Robocop und König der Löwen und schon bald verlangt das Viertel nach mehr dieser "sweded" (wie sie es selber taufen) Filme, die schlussendlich auf Auftrag nachgedreht werden.

Wie schon in Science of Sleep erweist sich Gondry als Meister der fantastischen Inszenierung. Pappe, Watte und Cellophan gehören ganuso zu den Requisiten wie Sperrmüll, Alufolie oder eine Pizza Margherita als explodierter Schädel. Ein Feuerwerk an Ideen und Humor, das es nicht zu verpassen gilt!


Not bad though...

Derek. Tilda Swinton führt uns durch das Leben des Ausnahmekünstlers Derek Jarman. Aus dem großen Interview von 1990, Filmausschnitten, Aufnahmen von seinem Haus - im Speziellen seinem Garten - und alten Archivaufnahmen setzt sich Stück für Stück ein Bild über den Filmemacher und Maler zusammen. Leider - muss ich zugeben - hatte ich bisher mit dem Schaffen Jarmans wenig am Hut, weshalb mir sicherlich so Manche Anspielung entgangen ist. Trotzdem: Als Einstieg in das Werk Jarmans durchaus empfehlenswert.

In Transsiberian spielt Woddy Harrelson einen eher langweiligen Ehemann und Zugfanatiker, der seine rastlose Frau mal mit was Originellem überrascht: Die Rückreise vom Kirchenhilfsprojekt in China wird mit der Transsibirischen Eisenbahn erfolgen. Die ganze Handlung wiederzugeben, würde jetzt zu weit führen. Stichworte sind Drogenschmuggel, korrupte russische Polizei und "wie ist meine Frau denn wirklich". Was eigentlich gut anfängt, dreht plötzlich ins Absurde. Was ich zuerst nur als Traumsequenz einordnen konnte, stellt sich als "das passiert denen gerade wirklich" heraus. Aus dem langsamen Film wird plötzlich ein grausiger Thriller, was sich bis zum happy, aber open end auch nicht mehr ändern wird.

And the Boleyns...

Von dem historischen Schwerpunktartikel auf fm5.at ist jetzt auch der zweite Teil veröffentlicht, der bisher unter Berlinale-Embargo stand. Jetzt ist die Premiere von The Other Boleyn Girl vorbei und auch die Pressekonferenz (bei der ich die bezaubernden Frauen Johansson und Portman und natürlich auch Eric Bana aus der Nähe sehen durfte) ist schon passé. Viel Spaß beim Lesen!

mij am 16.2.08 17:12


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung